„Siehe, ich mache alles neu!“

Zum Start in das neue Jahr denkt Jonathan Richter mit uns über die Jahreslosung 2026 nach. Sind wir bereit für etwas ganz Neues? 

Und siehe, es ist wieder alles beim Alten. Ich glaube, manchmal finden wir das gar nicht so schlecht. Oder? Dass wir in gewohnten Bahnen laufen, dass es die täglichen Freuden und Ärgernisse gibt, dass Menschen eben so sind, wie sie sind, und wir eben auch ein bisschen „Opfer“ oder zumindest Ergebnis der Umstände. Menschen richten es sich ein, laufen gerne im Gleichen … Ich kenne das auf jeden Fall. Und um es vorwegzunehmen: Ja, wir brauchen auch Momente, Situationen, Rituale und Gewohnheiten, die immer wieder kommen, die bleiben – etwas Wertvolles ist mir da die Jahreslosung. Jedes Jahr wieder, aber jedes Jahr neu.

„Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung, Kap. 21, V. 5): Im neuen Jahr wird es radikal. „Alles“ ist nämlich ziemlich viel und bedeutet wahrscheinlich auch ziemlich viel für die Welt und das eigene Leben. Wenn ich auf die letzten Jahre schaue, dann gab es da ziemlich viel secondhand. Da waren Ereignisse, teilweise auch sehr einschneidende, die als etwas „Neues“ oder „noch nie Dagewesenes“ aufgetreten sind, sich bei näherem Hinschauen aber als Neuauflage der alten menschlichen Probleme erwiesen. Eine Wirtschaftskrise, eine Pandemie, ein Krieg, hungernde Menschen. All das beschäftigt uns und ja, in all dem gab es auch Neues und Unbekanntes. Und trotzdem: Das, was Menschen im Letzten kaputtmacht, leer macht und zerstört, das ist immer Teil der alten Welt, die es übrigens nicht nur in Europa gibt.

„Ihr sollt der neuen Welt teilhaftig werden – und das in dieser Welt!“ So höre ich die Losung für 2026. Sie steht im Zusammenhang mit der Vision des neuen Himmels und der neuen Erde. Ist es nicht faszinierend, dass das neue Jerusalem auf die Erde herabkommt? Zwar eine neue Erde, aber eben eine Erde. Himmel ganz irdisch.

Doch nicht Himmel und Erde stehen in Konkurrenz, nicht das „lobenswert Geistige“ siegt am Ende über das „böse Materielle“ – nein, der Kampf in unserem Leben heißt: Lebe ich aus der neuen Welt Gottes? Oder bleibe ich den Gesetzmäßigkeiten der alten Welt verpflichtet?

Gott verspricht uns etwas Neues. Übrigens schon ziemlich lange. Die Jahreslosung hebt es uns in Bewusstsein: Das soll kommen.

Ich möchte Neues erwarten und ich habe tatsächlich einen großen Hunger danach. Ein Theologe sagte es einmal sinngemäß so: Der Teufel kann nur Dubletten, Neues kommt allein von Gott. Der Heilige Geist ist der, der wirklich Neues schafft. Ein Kind in einer Jungfrau zu zeugen. Das ist neu – sprich aus Gottes neuer Welt. Gottes Reden zu hören – das ist neu. Wunder zu erleben – das ist neu. In der Kraft des Heiligen Geistes in dieser Welt zu leben und Jesus zu bezeugen – das ist neu. Erweckung zu erflehen und am Ende Gottes Wirken hinterherzuschauen, weil er uns überholt hat – das ist neu. Neu, weil es nicht kategorisiert werden kann, sondern aus seiner neuen Welt stammt, ja dort geboren ist.

Darauf habe ich Hunger. Das möchte ich erleben. In der Nachfolge Jesu und in der Partnerschaft mit dem Heiligen Geist. Auf ein neues neues Jahr!

Jonathan Richter

Jonathan Richter ist Pfarrer der Ev. Landeskirche in Baden und Mitglied im Leitungskreis der GGE. Er liebt es sich mit anderen Christen eins zu machen und arbeitet in einem Netzwerk christlicher Leiter in der Schwarzwald-Baar-Region mit. Als Papa genießt er immer wieder die Familienzeit.

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