Wir sind am Zug!

Wer sehnt sich nicht danach, mehr Wunder zu erleben? Dann sollten wir verstehen, dass Gott uns schon längst dazu bevollmächtigt hat, sagt Thomas Bachmann. Und dann in der Autorität Jesu handeln. Teil 7 unserer Serie zu den Grundwerten der GGE.

zwei Hände reichen sich

Wäre es nicht wunderbar, wenn wir Christen mehr wie Jesus sein könnten … Hast du diesen Gedanken auch schon mal gedacht? Wenn wir mehr von den Heilungen und Wundern Jesu erleben könnten: dass Lahme gehen, Blinde sehen, dass Schmerzen aufhören und wir sichtbare Ergebnisse aufzuzeigen hätten?

Ich glaube nun schon 33 Jahre bewusst an Jesus Christus. In einer prägenden, wenn auch kurzen Zeit zu Beginn meines neuen Lebens begegnete ich der Person und Lehre von John Wimber (auf einer GGE-Konferenz 1988 in Frankfurt) und machte ein Praktikum bei einem amerikanischen Pastor in Houston/Texas. Dieser war auch durch John Wimber beeinflusst und neu mit den Themen Heilung, Prophetie und Geistesgaben in Berührung gekommen.

Der Glaube an Wunder war mehr im Kopf als im Herzen

Was ich damals mitgenommen habe, ist der Glaube, dass Gott heute noch Wunder tut, dass auch heute noch Heilungen passieren können und dass die Geistesgaben auch für uns heute gemeint sind. Diese Überzeugung ist mir über all die Jahre geblieben. Auch als ich durch eine schwere persönliche Krise gehen musste und mich danach fragte, was ich jetzt noch glauben konnte.

Allerdings war dieser Glaube eher in meinem Kopf als in meinem Herzen. Und er gehörte in die Kategorie „Gott kann, wenn er will.“ Ich betete jedes Mal so: „Herr, mach, dass dieser Mensch gesund wird“, „Herr, setz diesen Menschen frei“, „Nimm diese Schmerzen weg, wenn es dein Wille ist“ oder „Schenke du doch Geistesgaben in der Gemeinde“. Ich kann mich an genau eine Situation erinnern, in der es jemandem körperlich besser ging, nachdem ich gebetet hatte.

Vor etwa zwei Jahren wurde ich mit einem geistlichen Dienst konfrontiert, durch den ich die Kraft Gottes an den Menschen neu wahrnehmen konnte, und ich machte mich schließlich selbst auf die Suche, wie ich diese Kraft in meinem Leben und Dienst mehr erfahren könnte. Das brachte mich neu zu der Frage nach unserer Bevollmächtigung als Gläubige. Und mir wurde bewusst, dass ich über all die Jahre etwas Grundlegendes falsch verstanden hatte.

Jesus hat uns Vollmacht gegeben – wir sind am Zug!

Die neutestamentlichen Belege zeigen alle, dass Jesus seinen Nachfolgern Vollmacht gegeben hat zu predigen, Kranke zu heilen, Dämonen auszutreiben und die Gaben des Geistes auszuüben. Das bedeutet: Es liegt an uns Christen, ob wir diese Kraft nutzen.

Als Johannes und Petrus dem Gelähmten vor dem Tempel begegnen, sagt Petrus:

„… was ich habe, das gebe ich dir: Im Namen Jesu Christi von Nazareth steh auf und geh umher!“ (Apostelgeschichte, Kap. 3, V. 6).

Früher dachte ich, dass Gott Petrus einen bestimmten Auftrag für diese Situation gegeben hatte. Heute glaube ich, Petrus hat einfach – wie schon zu Jesu Lebzeiten – in der Autorität gehandelt, die Jesus ihm gegeben hat. Weil er sich dieser Autorität voll bewusst war. Im Markusevangelium sagt Jesus:

Wer zu diesem Berg spräche: Heb dich und wirf dich ins Meer!, und zweifelte nicht in seinem Herzen, sondern glaubte … so wird’s ihm geschehen“ (Kap. 11, V. 23).

Meine Art zu beten hat sich verändert

Es ist unfassbar, was Gott uns durch den Heiligen Geist und seinen Auftrag an uns in die Hand gegeben hat. Nicht nur, dass die Kraft, die Jesus von den Toten auferweckt hat, in uns lebt („… wie überschwänglich groß seine Kraft an uns ist, die wir glauben … Mit ihr hat er an Christus gewirkt, als er ihn von den Toten auferweckt hat“; Epheserbrief, Kap. 1, V. 19-20)! Es ist sogar unsere Verantwortung, dass wir diese Kraft auch im Glauben durch uns zu anderen fließen lassen und unsere Autorität beanspruchen.

Diese Erkenntnis hat meine Art zu beten verändert. Ich beginne zu verstehen, dass ich die mir übertragene Aufgabe nicht an Gott zurückgeben kann. Er wird sie nicht für mich tun. Ich selbst muss lernen, im Glauben „aufs Wasser“ zu gehen (wie Petrus im Matthäusevangelium, Kap. 14, V. 28) und im Namen Jesu zu den Problemen, Krankheiten oder Schmerzen zu sprechen. Ich selbst muss im Glauben einen Raum eröffnen, die Geistesgaben freizusetzen. Das Beste daran ist: Ich sehe Resultate.

Erste Resultate auf dem neuen Weg

Alles begann vor einer Bereitschaftspraxis im Sommer 2020. Vor mir stand ein Mann, der sich schmerzverzerrt auf seine Frau stützen musste. Ich dachte: „Jetzt oder nie!“ und sprach ihn an, ob ich für ihn beten dürfte. Ich tat zum ersten Mal Dinge, die ich zuvor nie getan hatte: Zum einen befahl ich den Schmerzen zu gehen und fragte unmittelbar nach, ob sich etwas getan hatte. Als der Mann anzeigte, es gehe etwas besser, befahl ich den Schmerzen ein zweites Mal im Namen Jesu zu gehen und forderte ihn daraufhin auf, sich zu bücken. Er bückte sich erst zaghaft, dann ganz, richtete sich wieder auf und war hin und weg. Die Schmerzen waren von ihm genommen.

Das war der Beginn meiner Reise – und seither habe ich viele Male erleben dürfen, wie die Kraft Gottes durch mich fließt. Ich sehe mehr Menschen zum Glauben kommen und geheilt werden als in den Jahren zuvor.

Sind alle geheilt worden? Nein. Habe ich immer Glauben? Nein. Aber ich bin am Lernen. Ich habe verstanden, dass ich bevollmächtigt wurde durch meinen Herrn. Und dasselbe darfst du, lieber Leser und liebe Leserin, auch wissen. Wenn wir den Heiligen Geist empfangen haben, als wir gläubig wurden, dann sind wir auch bevollmächtigt worden. Nun liegt es an uns, diese Vollmacht auch zu nutzen.

Durch die Erfüllung mit dem Heiligen Geist werden Menschen befähigt, an Gott zu glauben und über ihren Glauben zu reden. Darüber hinaus schenkt der Geist Gottes jedem Gläubigen Gnadengaben (Charismen) mit dem Ziel, diese in der Gemeinde einzusetzen. Wir ermutigen, den Heiligen Geist um das Geschenk seiner Gaben zu bitten. Wir tragen dazu bei, dass Menschen ihre geistlichen Gaben entdecken und auf gesunde Weise entfalten. Christen erleben auf diese Weise Wachstum in ihrem Glauben und Gemeinden werden zum Segen für ihre Umgebung.

Aus der Vision der GGE zu ihrem Wert „Bevollmächtigung

Thomas Bachmann

Thomas Bachmann ist Pfarrer der Ev.-Luth. Gemeinde St. Matthäus in Augsburg. Sein Herz schlägt für den geistlichen und missionarischen Gemeindeaufbau.

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