Jesus begegnen, ihn spüren – und verändert leben

Genügt ein Wort von Jesus und meine Seele wird gesund (vgl. Mt 8,8)? Was uns die Bibel bezeugt, ist auch heute erlebbar: Über das „Immanuel-Gebet“ als Hilfe für eine Herzensbegegnung mit Jesus spricht Ursula Schmidt mit Eva Heuser. 

Ursula, als ev. Theologen und Seelsorger haben du und dein Mann Manfred ein neues Seminar entwickelt, das Menschen in eine real spürbare Begegnung mit Jesus führt. Was verändert sich im Leben von Menschen durch dieses „Immanuel-Gebet“? Im September bietet ihr mit der GGE ein Seminar dazu in Lemförde (Niedersachsen) an (s. Info-Kasten).

Zuerst üben wir auf unseren Seminaren die sogenannte Immanuel-Begegnung ein. Diese geistliche Übung verhilft vielen Menschen zu einer Begegnung mit Jesus, die sie persönlich erleben und fühlen können – und das mit eigentlich sehr einfachen Hilfsmitteln. Das ist etwas, wonach sich so viele immer gesehnt haben, es bisher aber aus verschiedenen Gründen einfach nicht erleben konnten. Und in dieser Begegnung mit Jesus geschehen tiefe innere Heilungen, ohne dass man direkt darauf abzielt.

Warum ist das so?

Die tiefsten inneren Wunden werden bei den meisten durch fehlende oder gestörte frühkindliche Beziehungen verursacht – Therapeuten sprechen hier von „Bindungswunden“. Jesus zu begegnen berührt direkt diese tiefsten Wunden in uns. Menschen erleben Jesus als diese verlässliche und liebevolle Bindungsperson, die sie in ihrem Leben in dieser Weise nie hatten. Ihn anzuschauen und zu erleben, wie viel da von ihm zu mir fließt und wie sich mein Herz ihm öffnet und ihm antwortet, lässt Heilung in mein verwundetes und instabiles Bindungsfundament hineinsickern. In diesem Anschauen von Jesus werden wir „verwandelt in sein Bild“ (2. Korintherbrief, Kap. 3, V. 18), wie es Paulus beschreibt. Was da geschieht, ist unendlich kostbar.

Konkret heilt Jesus also, was durch Versäumnisse vor allem unserer ganz frühen Bindungspersonen, in erster Linie die Eltern, falsch gelaufen ist. Das können ja sogar Themen sein, die ich gar nicht benennen kann, wo ich aber trotzdem immer wieder im Leben steckenbleibe.

Gerade Bindungswunden sind uns oft gar nicht präsent. Denn die Eltern „waren halt so“, wir kannten es nicht anders, es war für uns selbst „normal“. Wenn das kein ganz auffälliges Fehlverhalten war, wie beispielsweise von einer psychisch kranken Mutter oder einem cholerischen Vater, nehmen wir das in der Regel nicht bewusst wahr. Eine solche Wunde kann zum Beispiel entstehen, wenn die Eltern nicht ausreichend emotional präsent waren oder wir nicht genug „gesehen“ wurden. Das alles wird in der Immanuel-Begegnung berührt.

Welche Veränderungen melden euch die Menschen zurück?

Die häufigste Rückmeldung ist, dass die Immanuel-Begegnung ihre Beziehung zu Jesus stark verändert. Dass Menschen mit einem völlig anderen Bewusstsein seiner Gegenwart im Alltag unterwegs sind, dass sie in jedem Moment spüren, „hey, er ist da und er ist gern bei mir!“ Das wirkt natürlich gegen jeden geistlichen Leistungsdruck: Sie wissen auf einmal, dass sie nichts „machen müssen“, damit Jesus da ist.

Da wird ja auch ein Gottesbild gesund.

Ganz genau. Wenn tiefe Bindungsfundamente Heilung erfahren, ist das ein Prozess, das passiert nicht auf einen Schlag. Aber die Menschen erleben, wie zunehmend Stabilität in ihr Leben kommt. Wie schwierige Dinge sie längst nicht mehr so aus der Bahn werfen oder sie nicht mehr in so tiefe Löcher fallen wie früher. Gebetspartner können sich regelmäßig in diese Immanuel-Begegnung begleiten, dazu braucht man keine Seelsorgeausbildung.

Wie kann ich mir eine Immanuel-Begegnung vorstellen? Ich gehe ins Gebet, schließe die Augen … und dann? Da passieren auf ganz unspektakuläre Weise ja eigentlich spektakuläre Dinge.

Richtig. Entwickelt hat es ein amerikanischer Psychiater und Seelsorger, Dr. Karl Lehman, der biblische Wahrheiten mit Erkenntnissen der Neurobiologie verknüpfte. Eine wesentliche Erkenntnis ist, dass wir ein „Beziehungsnetzwerk“ im Gehirn haben, das aktiv oder inaktiv sein kann, an- oder abgeschaltet. Unsere „Beziehungsfenster“ können offen oder geschlossen sein. Das ist auch ganz normal: Den ganzen Tag mit offenen Beziehungsfenstern unterwegs zu sein, wäre eine Überforderung und Stress. Dass wir so verschiedene Modi in uns haben, ist den meisten erst einmal gar nicht bewusst. Mit ein bisschen Übung aber nehmen wir diese Unterschiede im Alltag wahr: Wenn wir jemandem mit geschlossenen Beziehungsfenstern begegnen, kommen wir in keine echte Herz-zu-Herz-Begegnung. Dasselbe gilt für die Begegnung mit Jesus: Mit geschlossenen Beziehungsfenstern erleben wir ihn nicht auf der Herzensebene. Eine Immanuel-Begegnung beginnt damit, dass wir unsere Beziehungsfenster öffnen.

Wie macht man das?

Indem wir zunächst bewusst in eine schöne Erinnerung hineingehen, sie nacherleben und die positiven Gefühle wieder wachrufen. Das öffnet unsere Beziehungsfenster. Zweitens wird die Immanuel-Begegnung immer von einem Gegenüber begleitet, das innerlich mitgeht, interessiert Anteil nimmt. Auch das öffnet meine Beziehungsfenster. Wenn wir dann in die Begegnung mit Jesus gehen, nehmen wir ihn auf einmal wahr.

Im Kopf wissen wir ja eigentlich, dass er immer da ist …

Genau. Dass er da ist, hat er versprochen: „Ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende“ (Matthäusevangelium, Kap. 28, V. 20). Die Frage ist, wie kann ich auch wahrnehmen, dass er bei mir ist?  

Wir richten unsere Antenne also auf seine Präsenz aus, die immer da ist, für die wir nur ganz oft „zu“ sind.

Ja, und das funktioniert für erstaunlich viele Menschen auf diese sehr schlichte Weise. Es gibt allerdings auch eine Reihe von Menschen, die einen erfahrenen Begleiter brauchen, weil sie ihre Gefühlsebene zu gut weggeschlossen haben – oft aufgrund schmerzhafter Erfahrungen in der Lebensgeschichte.

Tun sich Männer schwerer damit?

Ja, das erleben wir auf unseren Seminaren so. Es ist aber auch eine Generationsfrage. Menschen mit 50, 60 oder mehr Jahren haben es nicht gelernt, Zugang zu ihren Gefühlen zu finden. Das war überhaupt nicht üblich und schon gar nicht in ihrer Kindheit. Ich habe das Gefühl, dass sich das jetzt ändert. Und trotzdem gibt es auch immer Menschen, für die das aufgrund traumatischer Erfahrungen alles andere als einfach ist (und die möglicherweise eine professionelle therapeutische Begleitung brauchen). Und es gibt natürlich auch Menschen, die gar nicht auf diese Gefühlsebene gehen möchten.

Auf eurem Seminar im September können also alle, denen ihr Kopfwissen von Jesus nicht reicht, lernen, ihn auch von Herzen zu spüren und zu erleben. Lernen, ganz anders im Alltag mit ihm zu leben. Erfahren, wie seine Nähe tiefe Beziehungswunden heilt. Das sind großartige Aussichten. Vielen Dank für das Gespräch!

SEMINAR: „Immanuel-Gebet 1 – vom Kopf ins Herz“

11. – 13. September 2025

Nur ein Wort von Jesus, eine Berührung reicht, um heil zu werden: Fehlt uns diese Tiefe in unserer Begegnung mit Jesus, kann es daran liegen, dass der größte Teil unseres Glaubens in unserem Kopf stattfindet. Doch unser Herz möchte Jesus erleben, erfahren, sehen und spüren! Die Experten des „hörenden Gebets“, Ursula und Manfred Schmidt, verbinden auf diesem Grundlagenseminar biblische Wahrheiten mit Erkenntnissen der Hirnforschung. Sie üben die „Immanuel-Begegnung“ als real erfahrbare Gottesbegegnung ein (Gästehaus Vandsburg, Lemförde). Alle Infos und Anmeldung (bis 7.8.) hier.

„Ich habe eine tiefe Anlehn-Sehnsucht in mir, die mit Menschen nie ganz Erfüllung findet. Hier (in der Begegnung mit Jesus) wurde diese Sehnsucht gestillt.“ – eine Teilnehmerin

Das Immanuel-Gebet von Ursula und Manfred Schmidt fußt auf dem „Immanuel Approach“ des US-amerikanischen Psychiaters Dr. Karl Lehman und wird ergänzt durch Einsichten der US-amerikanischen Seelsorgerin und Theologin Leanne Payne (1932-2015), von „HeartSync“ und Erkenntnissen aus der Traumatherapie.

Dreistufige Seminare zum Immanuel-Gebet

Immanuel-Gebet 1 – die Immanuel-Begegnung: Grundlagenseminar für alle, die lernen wollen, Jesus auf der Herzens- und Gefühlsebene zu begegnen (persönliche Erfahrung).

Immanuel-Gebet 2: Aufbauseminar für alle, die lernen wollen, andere in der Immanuel-Begegnung anzuleiten und zu begleiten (im Seelsorge-Dienst).

Immanuel-Gebet 3: Vertiefungsseminar für Therapeuten, die in ihrer Praxis mit der Immanuel-Begegnung arbeiten (professionelle Ebene).

Im Anschluss an alle Seminare werden weiterführende Mentoring-Gruppen (online) angeboten.

Ursula Schmidt

Ursula Schmidt ist ev. Pfarrerin und seit 20 Jahren in der Leitung freier Gemeinden, als Autorin, Seminarsprecherin, Seelsorgerin und Traumafachberaterin unterwegs. Mit ihrem Mann Manfred lehrt sie u.a. im Rahmen des Axis-Bibelstudiums und zum „Hörenden Gebet".

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